Nebenwirkungen des Medikaments "Xarelto"? Anwälte in den USA bereiten Sammelklagen vor.

 

Nach einer Meldung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung werben amerikanische Anwaltskanzleien zur Zeit massiv um Betroffene, die sich Sammelklagen gegen die Bayer AG anschließen sollen. Die Bayer AG stellt das Arzneimittel Xarelto her, das als Gerinnungshemmer bei der Vorbeugung vor Schlaganfällen eingesetzt wird. Das Medikament enthält ähnliche Inhaltsstoffe, wie das von Boehringer Ingelheim hergestellte Arzneimittel «Pradaxa». Wegen Nebenwirkungen von Pradaxa schlossen Patientenanwälte in den USA im Mai 2014 bereits einen Vergleich über 650 Mio Euro mit Boehringer. Nun werden offenbar Klagen gegen Bayer vorbereitet.

Nach einer Recherche des Nachrichtenmagazins «Spiegel» liegen beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine große Zahl von Meldungen über mögliche Nebenwirkungen von Xarelto und Pradaxa vor. 2012 hatten Ärzte und Patienten dem BfArM insgesamt 750 Verdachtsberichte unerwünschter Wirkungen gemeldet, darunter 58 Todesfälle. In den ersten acht Monaten 2013 waren es bereits 968 Fälle mit 72 Todesfällen. Die Behörde weist jedoch darauf hin, dass "ein Kausalzusammenhang zwischen Arzneimittel und Nebenwirkung nicht sicher belegt ist".