Häufung von Arztfehlern im Verlauf einer Geburt machen die Behandlung als Ganzes grob fehlerhaft

 

Mehrere einfache Behandlungsfehler können grob fehlerhafte Gesamtbehandlung ergeben

 

Mehrere einfache Behandlungsfehler können in ihrer Gesamtheit als grob fehlerhaft erscheinen. Wird auf eine gebotene Mikroblutuntersuchung des Kindes verzichtet, ist die Entbindung des Kindes schnellstmöglich zu veranlassen. Wird bei pathologischen CTG-Werten die Geburt verzögert, kann dies als grober Behandlungsfehler zu bewerten sein. Dies hat das OLG Hamm entschieden.

Das Gericht hat sowohl den Träger des Krankenhauses, als auch einen behandelnden Arzt zum Schadensersatz verurteilt. Bei der Geburtsleitung seien dem Arzt zumindest mehrere einfache Behandlungsfehler unterlaufen. In ihrer Gesamtheit ließen diese die Behandlung als grob fehlerhaft erscheinen, so dass mangels Entlastung beide Beklagten haften müssten.

Oberlandesgericht Hamm, Urteil vom 16.05.2014 – I-26 U 178/12, 26 U 178/12